Was das CanG 2026 für Eigenanbauer bedeutet — Update zur laufenden Evaluierung

Was das CanG 2026 für Eigenanbauer bedeutet

Wer in den letzten Monaten Cannabis-Nachrichten verfolgt hat, könnte den Eindruck gewonnen haben, dass sich beim Konsumcannabisgesetz (KCanG) gerade viel bewegt. Die ehrliche Einordnung für alle, die zu Hause anbauen: Die Teillegalisierung von Cannabis ist weiterhin uneingeschränkt in Kraft — Besitz, Eigenanbau und Cannabis Social Clubs sind unverändert legal. Was sich stattdessen bewegt, ist vor allem der medizinische Bereich, und selbst dort ist bislang nichts final beschlossen.

Was für den Eigenanbau unverändert gilt

Die Grundregeln für den privaten Eigenanbau bestehen unverändert fort: Volljährige dürfen bis zu drei blühende Cannabispflanzen gleichzeitig zu Hause kultivieren. Die Ernte darf am Wohnsitz aufbewahrt werden, muss aber vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen geschützt sein und unterliegt der Besitzobergrenze für den eigenen Wohnsitz. Wer größere Mengen benötigt, bleibt weiterhin auf den Weg über eine Anbauvereinigung angewiesen. Grunapotheke

Auch beim Straßenverkehr hat sich nichts getan: Es gilt weiterhin der Grenzwert von 3,5 ng/ml aktivem THC im Blutserum, für Fahranfänger und unter 21-Jährige gilt ein vollständiges Cannabisverbot am Steuer.

Der Evaluierungsprozess — wo Deutschland gerade steht

Das KCanG wurde von Anfang an mit der gesetzlichen Verpflichtung verabschiedet, seine Wirkung systematisch zu überprüfen. Ein erster Evaluationsbericht wurde bereits im Oktober 2025 vorgelegt, ein Zwischenbericht zu Kriminalität und Jugendschutz sollte bis April 2026 folgen. Der vollständige Abschlussbericht ist erst für April 2028 vorgesehen — wer also auf eine schnelle, endgültige Entscheidung wartet, sollte sich auf einen längeren Zeitraum einstellen. Grunapotheke

Ein Datenpunkt aus der bisherigen Auswertung dürfte Befürworter der Reform freuen: Erste Zahlen zur Schwarzmarktverdrängung aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 zeigen einen Rückgang der Cannabis-Straftaten um fast 30 Prozent. Eine vollständige Rückabwicklung des Gesetzes steht derzeit nicht zur Debatte — im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierung ist eine direkte Rückabwicklung nicht vorgesehen.

Was sich beim medizinischen Cannabis tut — und warum das nicht dasselbe ist

Hier entsteht in der öffentlichen Debatte oft Verwirrung, deshalb eine klare Trennung: Diskutiert wird aktuell nicht der Eigenanbau, sondern eine separate Änderung des Medizinal-Cannabisgesetzes (MedCanG). Die Abstimmung über die entsprechende Gesetzesänderung (Drucksache 21/3061) wurde im Bundestag bisher nicht aufgerufen, die Koalition ist sich bei Telemedizin und Versand uneinig. Geplant, aber eben noch nicht beschlossen, sind unter anderem eine Erstverschreibung nur nach persönlichem Arztkontakt sowie ein Versandverbot für medizinische Cannabisblüten. Für Eigenanbauer und Mitglieder von Anbauvereinigungen hat diese Diskussion keine direkte Relevanz.

Der Blick nach vorn: Was noch aussteht

Auf mittlere Sicht bleibt vor allem eine Frage spannend: der regulierte Verkauf über lizenzierte Fachgeschäfte, oft als "Säule 2" der ursprünglichen Legalisierungsstrategie bezeichnet. Modellprojekte für lizenzierte Fachgeschäfte in verschiedenen Kommunen werden für eine Umsetzung 2026 oder 2027 diskutiert, mit dem Ziel, Qualität, Wirkstoffgehalt und Verbraucherschutz besser regulieren zu können als es der Schwarzmarkt je könnte. Ob und wann das tatsächlich kommt, ist offen — aber es zeigt, dass die Debatte nicht bei der aktuellen Zwischenlösung stehen bleiben muss.

Was das für dich als Eigenanbauer heute bedeutet

Kurz zusammengefasst: Wenn du aktuell im Rahmen der drei-Pflanzen-Grenze anbaust, ändert sich für dich durch die laufende Evaluierung vorerst nichts. Die eigentliche Reform bleibt bestehen, erste Daten sprechen tendenziell für sie, und die als "Verschärfung" kursierenden Meldungen betreffen bislang ausschließlich den medizinischen Bereich, nicht den privaten Eigenanbau. Wir behalten die weiteren Entwicklungen — insbesondere den Zwischenbericht im April 2026 und mögliche Fortschritte bei den Fachgeschäft-Modellprojekten — für euch im Blick und aktualisieren diesen Beitrag bei relevanten Neuigkeiten.